Donnerstag, 17. August 2017

Haben Sie Schädelspalter?


Ich war heute sogar schon um kurz vor 7:00 Uhr auf den Beinen, denn das perfekte Wetter, was mich draußen erwartete, wollte ich natürlich so lange wie möglich ausnutzen!

Nach dem Frühstück kam das Fahrrad endlich 'mal wieder zum Einsatz. Ich fuhr zunächst in den kleinen Ort Birsay. Im Reiseführer hatte ich von einem besonderes starken Bier gelesen, was man hier angeblich in einem winzigen Laden kaufen konnte; das wäre ja wohl ein perfektes Mitbringsel für meinen Neffen Dominic, denn eines seiner "Hobbys" ist es, alle Biersorten dieser Welt zu probieren... ;-)

Der Laden machte leider erst um 8:00 Uhr auf, also musste ich ein paar Minuten warten. Als es soweit war, fragte ich den freundlichen Besitzer nach der entsprechenden Marke ("Skull Splitter", also "Schädelspalter"!), und er wies sofort auf das Regal hinter sich; dort standen, in Reih' und Glied, etliche dieser Flaschen herum.

Mit dem Kauf wurde es aber vorerst nichts, denn nun bekam ich es mit dem schottischen Gesetz zu tun: Alkohol darf nämlich erst ab 10:00 Uhr verkauft werden! Aha, wieder 'was gelernt! Also verschob ich mein Vorhaben auf später, der Laden wird ja in der Zwischenzeit nicht weglaufen...

Nun sah ich mir die Ruinen des Earl's Palace an, direkt im Ort gelegen. Robert Stewart, der damalige Earl Of Orkney, ließ diesen Palast Ende des 16. Jahrhunderts im Renaissance-Stil bauen. Durch die vorbildlich gestalteten Info-Tafeln vor und in den Ruinen bekommt man eine recht gute Vorstellung von der Größe und der Art dieses einstigen Prunkstücks.      




Gleich gegenüber befindet sich die kleine, von außen recht schmucklose Kirche mit ihren vielen einander ähnelnden Grabsteinen.


Nun verließ ich den Ort und fuhr verschiedene Teilstrecken ab; eine richtige Rundtour zu planen, war etwas schwierig, da viele Straßen eben nur zu ein paar Häusergruppen oder zur Küste führten und man auf ihnen wieder zurückfahren musste!

Die Landschaft ist echt faszinierend, vor allem natürlich bei einem solchen Prachtwetter! Ich genoß diese Tour in vollen Zügen und machte wie üblich sehr viele Fotos.  










Diese fünf Ladies hatten offenbar noch niemals einen deutschen Touristen zu Gesicht bekommen; ihre Neugier steht ihnen ins Gesicht geschrieben... ;-) Da ich aber nicht so wirklich wusste, worüber ich mich mit ihnen unterhalten sollte, fuhr ich bald weiter.





Gegen 10:30 Uhr radelte ich zurück zum vorhin erwähnten Laden, der übrigens passenderweise "Palace Shop" hieß, und kaufte, neben ein paar anderen Kleinigkeiten, gleich sechs Flaschen von dem berüchtigten "Schädelspalter"; mindestens eine davon wollte ich gerne selbst 'mal probieren...

Danach ging es endlich auf die Gezeiteninsel; jetzt herrschte Ebbe und man konnte auf einem kleinen Betonsteg hinüberlaufen. Jetzt füllte sich auch der Parkplatz wieder und immer mehr Besucher kamen, um den Brough Of Birsay zu erkunden. Dafür muss man übrigens 5,- GBP zahlen, allerdings hatte ich ja zu Beginn der Reise den Historic Scotland Explorer Pass erworben, der hier auch gilt.


Auf der Insel angekommen, ging es zunächst zum Besucherzentrum (auf dem Foto rechts) und zu den Ruinen einer uralten Pikten-Siedlung. 


Danach wanderte ich bis zum höchsten Punkt der Insel und zum hübschen Leuchtturm. Der ist zwar nur 11 m hoch, aber durch seine Lage steht er immerhin 52 m über dem Meeresspiegel und hat daher eine optimale Wirkung.


Während die Insel auf der Südseite sanft anstieg, traf ich auf der Nordseite auf schroffe Klippen und hohe Steilküsten.






Diese Wanderung hat mir sehr gut gefallen, und ich kann jedem, der die Orkneys besucht, empfehlen, hier einmal hinzufahren!

Nun war es aber an der Zeit, weiterzufahren; ich machte alles abfahrbereit und verließ diese schöne Gegend, die ich nicht so bald vergessen werde. Mein nächstes Ziel war die Inselhauptstadt Kirkwall, wo ich, nachdem ich am Stadtrand wieder einmal auftanken musste, mein Fahrzeug auf dem Parkplatz eines Tesco-Supermarkts abstellte.

Die Stadt machte einen netten und ziemlich lebendigen Eindruck auf mich; an das graue "Einerlei" der Häuser hatte ich mich inzwischen ja gewöhnt. Ich schaute mir die Hauptstraße der Stadt an, die Albert Street, lief dann zum Hafen und später auf einem anderen Weg wieder zurück in das Zentrum.  


Dort traf ich auf die wuchtige Sankt-Magnus-Kathedrale vor Kirkwall, die ich natürlich auch von innen besichtigte.






Als ich herauskam, fand gerade eine kleine Aufführung direkt vor der Kirche statt. Ich hatte schon vorher ein paar sehr eigenartig verkleidete Menschen gesehen und mich darüber gewundert; nun sah ich sie hier versammelt. Zur musikalischen Untermalung wurde hier getanzt, aber auch gesprochen. Ich muss gestehen, dass ich nicht ein einziges Wort davon verstanden habe. Ich werde später 'mal versuchen, herauszufinden, um was es hier eigentlich ging...




Meine vorletzte Etappe für heute führte mich nach St. Margaret's Hope, einem 500-Seelen-Dorf, das nach Stromness und Kirkwall allerdings den drittgrößten Ort der Orkney-Inseln darstellt. Von dort aus wollte ich mit der 18-Uhr-Fähre der Pentland Ferries wieder auf das Festland zurückfahren.

Am Fähranleger angekommen, besorgte ich mir als erstes wieder ein Ticket, was mit ca. 102,- EUR doch tatsächlich ganze 6,- EUR günstiger war als bei Northlink; was für ein Schnäppchen...

Dafür sah der "Kahn", der gegen 17:30 um die Ecke kam, allerdings auch wenig vertrauenswürdig aus, ein wohl in die Jahre gekommener, halb verrosteter Katamaran! Das Einschiffen verlief auch deutlich chaotischer als auf der Hinreise; ein System war irgendwie nicht zu erkennen! Ich musste rückwärts auf die Fähre fahren, da sie nur über das Heck be- und entladen werden konnte; das war allerdings kein Problem! 


Kurz nach 18:00 Uhr ging es los und ich genoss die relativ kurze Überfahrt bei schönem Wetter!


Auf dem Festland bei Gills Bay angekommen, fuhr ich nach dem Ausschiffen sofort in Richtung Osten; für die Übernachtung hatte ich mir den kleinen und kostenlosen Parkplatz am Duncansby Head ausgesucht, einer im äußersten Nordosten Schottlands liegenden Landspitze mit einem 1924 erbauten Leuchtturm.


Nach einem netten und interessanten Gespräch mit einem aus Wolfenbüttel stammenden Ehepaar (ihnen gehört der dunkle Pössl, der auf dem vorigen Foto rechts zu sehen ist), machte ich mir ein leckeres Abendessen und genoss danach sogar noch einen superschönen Sonnenuntergang...



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