Dienstag, 22. August 2017

Faszinierendes Edinburgh

Heute stand ich bereits um 08:30 Uhr wieder an derselben Bushaltestelle wie gestern; die Fahrt nach Edinburgh, während der ich natürlich wieder oben und ganz vorne saß, ging schnell vorüber, und ich stieg in der George Street, zwischen Neustadt und Altstadt, aus.

Von dort lief ich zur Waverley Bridge, um mir ein Ticket für eine Stadtrundfahrt zu kaufen. Ich hatte mich nämlich dazu entschlossen, den Vormittag 'mal auf diese angenehme Weise zu verbringen und mich ein wenig durch die Gegend "kutschieren" zu lassen. Die Majestic Tour, eine von mehreren angeboten Varianten, führt dabei auch in die äußeren Bezirke der Stadt; mit umgerechnet 16,- EUR fand ich diese Tour auch nicht besonders teuer.


Natürlich darf man, wie es bei solchen Stadtrundfahrten ja üblich ist, aussteigen, wo man will, und später wieder zusteigen. Meinen ersten Stopp machte ich am Royal Botanic Garden, wo ich eine Runde drehte. Der war allerdings nicht besonders sehenswert, fand ich, und so stand ich schon kurze Zeit später schon wieder an der Haltestelle und wartete auf den nächsten Bus der Majestic Tour.

Um Klassen interessanter war es dann aber am Ocean Terminal, von wo aus man die Britannia, die königliche Jacht, besichtigen kann. Dort war es "proppenvoll", kein großes Wunder, denn diese Top-Sehenswürdigkeit steht ja auch auf dem Programm der meisten Schottland-Rundreisen. So traf ich auch hier wieder hauptsächlich asiatische Touristen an.

Nachdem man ein Ticket gelöst hat (ca. 15,- EUR für Senioren!), muss man noch eine ganze Weile in der Schlange stehen, bis man tatsächlich nach draußen und über eine Brücke zum Schiff geleitet wird. Allerdings vergeht die Wartezeit recht schnell, denn der Weg dorthin ist gleichzeitig eine Art Ausstellung, in der man sich über die Geschichte dieses berühmten Schiffs informieren kann. Unzählige Fotos machen das Ganze wirklich sehr interessant und abwechslungsreich.

Auf dem Schiff selbst verteilten sich die Menschenmassen etwas, und man konnte sich in Ruhe umsehen, allerdings ist der Weg, den man zu gehen hat, fest vorgegeben. Durchaus verständlich, denn sonst könnte man den enormen Besucherstrom wohl kaum vernünftig organisieren und kontrollieren.


Die Brücke und die dazu gehörenden Nebenräume sind überraschend klein, eher winzig! Für ein solches Schiff hätte ich das nicht erwartet. Kein Vergleich mit den heutigen großen Jachten, allerdings ist dieses Schiff ja auch schon 1954 vom Stapel gelaufen...


Der berühmte Rolle Royce in der Glasgarage, für Landausflüge natürlich unentbehrlich... ;-)


Das Vorderdeck war ausschließlich den Mitgliedern der königlichen Familie vorbehalten. Der Raum dahinter gehörte angeblich zum den Lieblingsräumen der Queen.


Das Schlafzimmer der Queen. Das des Duke Of Edinburgh befindet sich gleich daneben.


Bei den beiden folgenden Fotos kann man sich kaum vorstellen, auf einem Schiff zu sein...




Nach etwa 90 Minuten hatte ich genug gesehen und machte mich langsam auf den Rückweg zur Bushaltestelle; dann ging es wieder in die Stadt hinein. Als nächstes sah ich mir den Palace Of Holyroodhouse an, die offizielle Residenz der Königin von Großbritannien. Auch dieser Besuch war eigentlich ganz interessant, allerdings glaube ich, dass ich nach so vielen Schlössern und Burgen auf dieser Reise so langsam doch etwas "gesättigt" war, und dass sich mittlerweile alles irgendwie zu gleichen schien.


Nun war erst 'mal eine kleine Stärkung fällig! In einem Café direkt neben dem Schloss probierte ich einen so genannten Cottage Pie, ein deftiges Fleisch- und Kartoffelgericht, das mir sehr gut geschmeckt hat!


Danach schlenderte ich ganz gemächlich die gesamte Royal Mile in Richtung Edinburgh Castle; auch heute war hier wegen des Fringe Festivals wieder sehr viel los. Auf Fotos von den teilweise sehr interessanten Ladenfassaden ohne Menschen(!), musste ich manchmal minutenlang warten...








Am interessantesten waren die teils freiwilligen, teils unfreiwilligen "Verkleidungen" der vielen Menschen, von denen ich jede Menge Fotos machte.






Selbst die vielen Busse in der Stadt stellen manchmal lohnende Fotomotive dar, finde ich.


Dieses Schild macht unmissverständlich klar, für wen die vielen Angebote der Tartan Weaving Mill, in der die berühmten schottischen Stoffmuster hergestellt werden, wohl besonders reizvoll zu sein scheinen...


Schließlich erreichte ich Edinburgh Castle, eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Schottlands, wo ich mich etwa eine Stunde lang aufhielt und mich etwas umsah. Zu einem intensiven Rundgang durch alle Anlagen und Räumen hatte ich allerdings auch hier keine große Lust; das quirlige Treiben auf den Straßen schien mir heute wesentlich interessanter zu sein, außerdem hatte ich mittlerweile schon fast "runde Füße"! 


Will man in das Schloss, passierte man zunächst die so genannte Esplanade. Hier findet das weltberühmte Edinburgh Military Tattoo statt, für das ich im Vorfeld eigentlich ein Ticket besorgen wollte. Leider hatte ich viel zu spät angefangen, mich darum zu kümmern; die einzigen Tickets, die damals noch zu haben waren, kosteten weit über 300 Euro; das war mir dann doch etwas zu viel! Schade, dieses Spektakel hätte ich mir gerne 'mal angesehen...




Das Ausblick auf die Neustadt ist von hier oben aus sehr schön; wenn bloß das Wetter etwas freundlicher wäre... ;-)


Danach ging ich wieder hinunter in die High Street und ließ mich treiben. Hier gab's zu jeder Minute Interessantes und Skurriles zu sehen.




Im The Royal McGregor bestellte ich mir neben einem leckeren Bier eine Portion Haggis, das musste jetzt 'mal sein! Diese schottischen Spezialität, die absolut nicht jedermanns Geschmack ist, wollte ich auf jeden Fall 'mal probieren! Das Gemisch aus Herz, Leber, Lungen, Nieren, Zwiebeln, Pfeffer und Hafermehl,  normalerweise in einen Schafsmagen "verpackt", schmeckte ganz ok; jeden Tag würde ich's aber wohl auch nicht essen wollen... ;-)


Am späten Nachmittag hatte ich schließlich genug gesehen, und mir taten tatsächlich auch schon die Füße weh! Also ging ich wieder zurück in Richtung Bushaltestelle und fuhr etwas später zu meinem Campingplatz im Süden der Stadt, wo ich einen letzten, sehr gemütlichen Abend verbrachte!

Meine Reise ist nun fast zu Ende; morgen geht's quer durch England wieder zurück nach Harwich und übermorgen mit der Fähre über den "großen Teich"... ähm... den Ärmelkanal wieder nach  Holland!

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