Freitag, 11. August 2017

Die weißen Häuser von Inveraray

Langsam, aber sicher, zeigt das Schottland-Wetter sein wahres Gesicht: heute hat‘s den gesamten Tag über geschüttet! Vormittags kam dazu noch ein so dichter Nebel auf, dass man sogar den Regen nicht mehr richtig sehen konnte; ist das nun gut oder schlecht...? ;-)

Mein erstes Ziel heute war der mit etwa 500 Einwohnern eher winzige Ort Inveraray, direkt am Meeresarm Loch Fyne gelegen. Mein Reiseführer hatte mir versprochen, dass man die typisch weißen Häuser bereits von weitem würde sehen können, aber das war natürlich heute 'mal rein gar nix! Die sah ich erst, als ich direkt davor stand! Eigentlich wollte ich sogar noch einen kleinen Abstecher zum Inveraray Castle machen, aber die Abfahrt dorthin habe ich wegen der miserablen Sicht leider auch verpasst.

Der Ort selbst ist recht schön anzuschauen; die fast durchweg weißen Häuser sind tatsächlich sehr sehenswert, fast der gesamte innere Bereich ist denkmalgeschützt! Als ich direkt am kleinen Hafen einen Parkplatz fand, regnete es gerade besonders stark. Ich hatte ich die Wahl, entweder im Wohnmobil zu bleiben oder auszusteigen und mir den Ort anzusehen. Die Chance, dass sich das Wetter in absehbarer Zeit bessern würde, war sehr gering, also schnappte ich mir meine Kamera und einen Regenschirm, und zog los.

Wer mich kennt, der weiß, dass die Chance, mich mit einem Regenschirm zu sehen, in etwa der eines Sechsers im Lotto mit drei richtigen Superzahlen entspricht! Eher pflückt man zufällig einen riesigen Strauß vierblättriger Kleeblätter, als dass sowas passiert... ;-) Aber es nützte ja nichts, andernfalls wäre ich wirklich triefnass statt nur nass geworden!






Das 1820 fertiggestellte Gerichtsgebäude von Inveraray, dessen Front ausnahmsweise 'mal nicht weiß verputzt ist, sondern aus Quadersteinen gemauert wurde, beherbergt gleichzeitig auch das Gefängnis, wie praktisch! 


Etwa eine Stunde später machte ich mich wieder auf den Weg, Richtung Norden. Eines der Highlights meiner Reise ist das Glen Coe, ein wunderschönes, lang gestrecktes Tal in den schottischen Highland. Natürlich wünscht man sich für so einen Besuch etwas besseres Wetter, aber das kann man sich ja leider nicht aussuchen. Deshalb hielt ich nur ein paar Mal an, um einige Fotos zu machen, denn von den Schönheiten des Tals konnte ich die meisten gar nicht sehen. Ein Genuss war es trotzdem, die Fotos werden diesen Eindruck aber nur schwer vermitteln können...

Dieses beeindruckende Fleckchen Erde war auch schon Schauplatz von Dreharbeiten weltbekannter Filme, darunter Braveheart, Highlander, Rob Roy, James Bond 007: Skyfall und Harry Potter: Der Gefangene von Askaban.






Am Ausgang des Tals liegt das schön gestaltete Besucherzentrum, das ich mir ebenfalls ausführlich  angesehen hatte. Danach ging es weiter nach Fort William, mit ca. 5.000 Einwohnern der größte Ort in den westlichen Highlands. Ganz in der Nähe des Ben Nevis, dem höchsten Berg Großbritanniens, liegt der gut ausgestatteten Campingplatz, der Glen Nevis Caravan Park, mit umgerechnet etwa 19 Euro gar nicht mal so teuer!

Ich muss gestehen, dass ich wirklich froh war, jetzt einen Platz mit allen Annehmlichkeiten gefunden zu haben, denn bei dem echt üblen Wetter heute hatte ich keine große Lust, noch irgendwo abseits der Zivilisation im Schlamm stecken zu bleiben! Ich faulenzte genüsslich den Rest des Tages, der sich sogar noch mit ein paar schüchternen Sonnenstrahlen verabschiedete. Hoffentlich wird's morgen wieder etwas besser mit dem Wetter...




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