Montag, 5. Juni 2017

Dobro došli u Hrvatsku!

Vor Jahren hatte ich auf einer Reisemesse in Hamburg 'mal einen sehr einladend wirkenden Prospekt mitgenommen, auf dem dieser Titel in dicken Lettern prangte; er bedeutet "Willkommen in Kroatien!". Schon damals habe ich mir ausgemalt, wie wohl so eine Reise nach Kroatien mit dem eigenen Wohnmobil aussehen könnte, und der Wunsch, dort 'mal hinzufahren, wurde im Lauf der Zeit immer größer und größer...

Und jetzt ist es tatsächlich soweit, dass ich mir diesen Traum erfülle; jetzt beginnt also meine lang ersehnte Kroatienreise, für die ich bis zu fünf Wochen eingeplane. Ich habe keine feste Reiseroute vorbereitet, aber eines der unzähligen Ziele ist ja auch die berühmte Jadranska Magistrala (Adria-Magistrale) an der Ostseite der Adria, eine der schönsten und malerischen Küstenstraßen der Welt! In Kroatien führt sie vom Norden bis hinunter nach Dalmatien und Dubrovnik, fast immer direkt am Meer oder ganz in der Nähe entlang, und sie verbindet so gut wie alle wichtigen Reiseziele des Landes miteinander. Beginnen wollte ich allerdings mit Istrien, genauer gesagt im kleinen Ort Umag im Norden der Halbinsel. Für den Rückweg hatte ich mir vorgenommen, die mautpflichtige Autobahn zu benutzen und durch Slowenien und Österreich wieder nachhause zu fahren.

Die Anreise von Pinneberg ist natürlich nicht an einem Tag zu schaffen; ich rechnete mit zwei, eventuell sogar mit drei Tagen. Das war gleichzeitig eine hervorragende Gelegenheit, endlich 'mal meinen Bruder und seine Familie zu besuchen, die in Schwanstetten in der Nähe von Nürnberg wohnen.

Die Strecke dorthin betrug immerhin auch noch "stolze" 650 km, und deshalb bin ich gestern Morgen, am Sonntag, bereits um 07:00 Uhr aufgestanden. Nach einer "winzigen Katzenwäsche" und einem kurzen Frühstück ging es dann 45 Minuten später auf die Autobahn, die ich erst viele Stunden später, in der Nähe meines Ziels, wieder verlassen habe. Um kurz nach 17:00 Uhr traf ich endlich bei der Familie meines Bruders ein, die mich sehr herzlich begrüßte; wir hatten uns alle eine Weile lang nicht mehr gesehen. Mein Wohnmobil passte kaum auf das Grundstück und versperrte noch einen Teil des Bürgersteigs, aber das war leider nicht zu ändern.

Nach einem kleinen Willkommenstrunk und einem "geführten Rundgang" durch's Wohnmobil (Lydia und Heiner hatten meine "Hannelore" ja noch nicht kennengelernt) fuhren wir mit deren PKW nach Nürnberg, wo ich meinerseits einen kleinen Rundgang unter der sachkundigen Führung meines Bruders durch die wunderschöne Altstadt genießen durfte. Während das Wetter tagsüber oftmals sehr wechselhaft war, genossen wir hier jetzt viel Sonnenschein. Nach dem Spaziergang luden mich die beiden noch zum Essen ein; Heiner hatte einen Tisch in einem urigen Lokal reserviert, wo wir sogar noch draußen sitzen konnten. Es gab Nürnberger Spezialitäten und ein leckeres Bier, das mir nach der langen Fahrt und dem anstrengenden Tag natürlich sehr gut schmeckte. 

Nach der Rückkehr verbrachten wir den restlichen Abend bei einem Gläschen Wein; wir hatten uns schließlich nach der langen Zeit jede Menge zu erzählen! Irgendwann waren dann aber alle recht müde, und ich verabschiedete mich von den beiden und bedankte mich für die Gastfreundschaft; ich wollte heute sehr früh weiterfahren, möglichst, ohne sie zu wecken.

Bereits um 7:20 Uhr war ich wieder auf der Autobahn, nur um 20 Minuten später bei Hilpoltstein wieder abzubiegen, denn ich wollte noch in Deutschland volltanken. Die Fahrt über Österreich durch den Tauerntunnel und den Karawankentunnel (Maut insgesamt 18,70 EUR) bis nach Slowenien verlief völlig problemlos; ich genoss das wunderschöne Panorama der Berge, das ich lange nicht mehr gesehen hatte! Die erforderlichen Vignetten hatte ich mir schon im Vorfeld beim ADAC besorgt, und so konnte ich ohne weitere Unterbrechung in Slowenien bis zu einem Parkplatz im kleinen Ort Vrba, in der Nähe der Autobahn, fahren, auf dem man problemlos über Nacht stehen durfte. Es war ca. 15:00 Uhr, als ich dort eintraf.

Ich machte ein kurze Kaffeepause und stellte fest, dass ich noch fit genug war, weiterzufahren; um 15:00 Uhr bereits "Feierabend" zu machen, kam mir wie Zeitverschwendung vor, und ich kalkulierte die restliche Strecke und den ungefähren Zeitaufwand bis nach Umag. Ich könnte bis spätestens 19:00 Uhr dort eintreffen; etwas Bedenken hatte ich allerdings, ob ich dann noch einen Platz auf einem der in der Nähe liegenden Campingplätze bekommen würde.

"Mut zur Lücke", dachte ich mir, und fuhr einfach los; sollte alles klappen, so würde ich tatsächlich nur zwei statt drei Anreisetage "verbraucht" haben, was mir natürlich sehr gut gefallen würde.

Kurzgesagt, alles hat perfekt funktioniert; an der Grenze zwischen Slowenien und Kroatien gab's zwar ziemlich "dickflüssigen" Verkehr, aber keinen wirklich nennenswerten Stau, und so konnte ich kurz hinter dem Grenzübergang sofort nach rechts auf die Küstenstraße abbiegen, um nach ein paar weiteren Kilometern, jetzt auf sehr kleinen und engen Landstraßen, endlich meinen allerersten anvisierten Campingplatz in Kroatien, etwas nördlich von Umag im Ortsteil Savudrija erreichen!

Der CampingIN Pineta Istraturist ist ein riesiger Campingplatz, der in einem lichten Kiefernwald direkt am Meer liegt; er bietet fast 500 Stellplätze und ich hatte daher auch keine Mühe, hier unterzukommen. Es waren noch sehr viele Plätze frei, was wohl auch mit der relativ frühen Jahreszeit zu tun hatte. Der Platz akzeptiert auch die so genannte ACSI-Card; man zahlt damit in der Nebensaison nur 15,- EUR pro Nacht zuzüglich 1,50 EUR Kurtaxe.

Nach dem sehr freundlichen Empfang an der Rezeption (selbstverständlich spricht man dort deutsch!) durfte ich mir einen der viele freien Plätze aussuchen; ich fand eine schöne, sehr große und einigermaßen ebene Parzelle, sogar mit Blick auf's Wasser, und machte es mir erst einmal gemütlich. Es war schön warm, selbst um diese Uhrzeit noch, und so konnte ich, wie ich es mir natürlich gewünscht hatte, draußen sitzen und versuchen, mich endlich "angekommen" zu fühlen; zwei Dosen Bier halfen dabei... ;-)
   


Nach dem Essen machte ich natürlich noch einen ausgiebigen Spaziergang, um meine "neue Heimat" für die nächsten beiden Tage etwas ausführlicher kennenlernen zu können. 

Die Atmosphäre am Wasser war absolut einmalig! Der Himmel hatte sich etwas bezogen und ein leichter, aber warmer Wind war aufgekommen; die Sonne stand schon sehr tief und tauchte das Wasser und den Strand in wunderschöne Farben. Das allererste Foto, was ich in Kroatien machte, ist schon jetzt eines meiner Lieblingsfotos, egal, was noch kommt... 



Hier am Strand, direkt am Campingplatz und neben dem Leuchtturm, kann man übrigens auch die so genannten Fliegenden Boote von Savudrija bewundern, Fischerboote, die an langen Stangen wie zum Trocknen aufgehängt wurden, um sie bei Sturm vor den Wellen zu schützen. Man spart sich mit dieser tollen Idee der Fischer den kostspieligen Bau eines Hafens; Naturhäfen sind in dieser Gegend nämlich sehr selten. Heute "flog" hier allerdings nur ein einziges Boot herum... ;-)



Nach meinem schönen Spaziergang kehrte ich zum Wohnmobil zurück, trank noch etwas und plante, immer noch draußen sitzend, meinen morgigen Tag! Mit den ersten beiden Tagen meiner Reise bin ich schon 'mal rundum zufrieden; es gab absolut nichts, was schief gelaufen wäre und mir nicht gefallen hätte. Also frei nach Hannibal aus dem berühmten A-Team: "Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert..." ;-)

Kommentare:

Weißkopfadler und Gaszug - zwei Oldies on Tour hat gesagt…

Sehr schöner Bericht, Wolle. Das macht richtig Laune, auch mal hin zu fahren!!

Anonym hat gesagt…

So haben wir es im August 2017 auch gemacht. Top

Roland Brunn hat gesagt…

Hallo Wolfgang,
wie versprochen, heute habe ich deinen ersten Tag gelesen und werde dein Reisebericht bis zum Ende verfolgen. Toll wie du ALLES hier aufgeschrieben hast. Hast du dir immer Notizen gemacht ? Ob ich so etwas auch einmal hinbekomme ? Es wäre schon eine Idee für Kanada und auch dann immer eine Erinnerung.
Viele Grüße, Roland

Wolfgang Kölln hat gesagt…

Hi Roland, danke für deinen Kommentar! Ja, ich habe mir angewöhnt, mir während der Reise jeden Abend Notizen zu machen! Zusammen mit den vielen Fotos, Reiseführern und anderen Aufzeichnungen (Tanken, Campingplätze usw.) hat man dadurch später keine Mühe, alles zu rekonstruieren. Ich kann dich nur ermutigen, es auch 'mal mit so einem Blog zu versuchen; eure Kanada-Reise wäre ja die perfekte Gelegenheit dazu! Einen Blog wie diesen zu erstellen und zu verwalten, ist kinderleicht...