Mittwoch, 21. Juni 2017

Capri oder Split?

Wer wie ich schon "etwas länger neu" ist, der wird sich sicherlich noch an die allseits beliebten Langnese-Eissorten aus der Kindheit erinnern, z.B. Domino, Happen, Nogger oder eben auch... Capri und Split!

Schon als kleiner Bengel war mir damals klar wie Kloßbrühe, dass diese beiden leckeren Eis-am-Stil-Marken nach traumhaft schönen italienischen Ferienorten benannt waren (für mich galt damals alles südlich der Alpen als Italien!), und ab dieser Zeit habe ich mir immer gewünscht, 'mal selbst dort hinreisen zu können! Nach Capri und nach Split, meine ich natürlich; wer will schon gern nach Domino oder Nogger? Und von Happen weiß man sowieso nicht genau, wo es liegt...

Jetzt, etwa 50 Jahre später, habe ich dieses Ziel endlich in Angriff genommen; ich war heute tatsächlich in der bedeutenden Universitäts- und Hafenstadt Split (die auf wundersame Weise ja gar nicht in Italien liegt ;-), und zwar selbst und höchstpersönlich! Und Capri kommt ganz sicher auch noch dran, wenn auch nicht dieses, dann aber vielleicht nächstes oder übernächstes Jahr!

Für die heutige Übernachtung habe ich mir den Campingplatz Stobreč Split ausgesucht, nur etwa 8 km von der Riva, der Uferpromenade und Flaniermeile Splits entfernt. Ich ergatterte (weil ich so früh dran war) einen fantastischen Stellplatz, mit herrlichem Blick auf das Wasser und auf die kleine, flache Badebucht!




Wieder holte ich mein Bike aus der "Tiefgarage" und radelte in Richtung Altstadt; an den vielen Palmen merkt man plötzlich, wie weit südlich man sich bereits befindet! Das Wetter war, wie sollte es anders sein, einfach nur perfekt, so dass einem schönen Tag nichts im Wege stand...




Meine Tour führte mich zunächst zu einem Fähranleger am östlichen Rand der großen Hafenbucht; von dort aus hat man schon 'mal einen sehr schönen Blick auf die Altstadt. 






Schließlich erreichte ich die überaus reizvolle Uferpromenade und war wieder einmal ziemlich baff! Diese kroatischen Städte werden, je weiter man nach Süden kommt, ja tatsächlich immer schöner, immer beeindruckender, größer und irgendwie auch... ehrwürdiger! Hier kann man sich wirklich stundenlang aufhalten, den anderen Touristen zuschauen, das maritime Flair genießen oder sich in eines der unzähligen Restaurants setzten. Ich begnügte mich vorerst mit einem leckeren Eis (leider kein Split! ;-) und kurz darauf mit einen frisch gepressten Saft.




Danach begab ich mich durch eines der vielen Tore in die Altstadt, die von zwei wenig kriegerisch dreinschauenden Kriegern bewacht wurde; einer der beiden hatte nicht 'mal seinen Römertopf auf! 


Der größte Teil der Altstadt besteht aus dem Diokletianpalast, einem antiken Baukomplex, der als Altersruhesitz für den römischen Kaiser Diokletian gedient hatte; auch er gehört schon seit 1979 zum UNESCO-Weltkurturerbe (irgendwann muss ich mir unbedingt 'mal eine Liste mit UNESCO-Welterbe-Stätten, die ich schon besucht habe, erstellen... ;-). Um 614 flüchteten die Bewohner der Stadt wegen eines Angriffs in die schützenden Mauern des Römerpalasts und richteten sich dort häuslich ein; so entstand eine Stadt in einem Gebäude...

Der Palast ist 180 m breit und 215 m lang, also gewaltig. Man stelle sich folgende Zeitungsannonce vor: "Biete Altbauwohnung, voll unterkellert, ca. 100.000 qm Wohnfläche"...

In den Zugängen zum eigentlichen Palast gibt's natürlich wieder 'mal jede Menge Souvenirstände, aber auch sündhaft teuren Schmuck kann man hier erstehen.






Die Kathedrale Sv. Druje liegt mitten im Palast und war einst ein Mausoleum.


Auch auf solche Anblicke trifft man innerhalb der Mauern des Palasts; wie man an der zum Trocknen aufgehängten Wäsche sieht, sind diese "Ruinen" aber alles andere als unbewohnt...


Auch außerhalb des Palasts, aber noch innerhalb der venezianisch geprägten Altstadt, habe ich mich ebenfalls ausführlich umgesehen.




Außerhalb des Palastes, vor dem Nordtor, steht dieses 1929 von Ivan Mestrović geschaffene Bronze-Denkmal des Bischofs von Nin, einem Anhänger und Verfechter der Nutzung der altslawischen (kroatischen) Sprache in der katholischen Liturgie. Reibt man seinen linken Fuß, soll das angeblich Glück bringen; wie man auf dem zweiten Foto sieht, glauben offenbar sehr viele Menschen daran...




Am Nachmittag fuhr ich quer durch die Stadt zu meinem Campingplatz zurück, wo ich den Rest des Tages am Wohnmobil verbrachte. Eine schöne Abwechslung brachte ein nettes Gespräch mit den Besitzern des Kastenwagens, der links auf dem Foto zu sehen ist. 


Nun ist es nicht mehr sehr weit bis zu meinem letzten Ziel in Kroatien, dem wunderschönen Dubrovnik. Bis dahin habe ich aber noch einige Kilometer zurückzulegen, so dass morgen wohl hauptsächlich Fahren angesagt ist...

1 Kommentar:

Roland Brunn hat gesagt…

Split, Capri ... so schön ausgedacht und geschrieben :-)
Ja und wieder tolle Fotos bei dem man einen guten Eindruck bekommt, Wolfgang !
VG Roland