Mittwoch, 22. März 2017

Von Tonhallen, Säulenheiligen und Blechbüchsen

Meinem gestern noch per eMail an Petrus übermittelten Dringlichkeitsantrag ist doch tatsächlich stattgegeben worden; das Wetter war heute den ganzen Tag über einfach hervorragend! Umso mehr freute ich mich heute früh auf meinen letzten Stadtspaziergang, der bei strahlendem Himmel natürlich gleich doppelt viel Spaß brachte; morgen will ich bereits die Rückreise antreten.

Von meinem Stellplatz aus lief ich zuerst direkt nach Osten, dann durch ein parkähnliches Gelände entlang des NRW-Forums, einem Ausstellungs- und Veranstaltungshaus, in Richtung der 1925 bis 1926 erbauten Tonhalle (siehe Foto), dem Düsseldorfer Konzerthaus, in dem pro Jahr etwa 300 Konzerte mit über 300.000 Besuchern stattfinden.



Danach ging es dann in einem großen Bogen durch den hübschen Hofgarten, dem zentralen Park in Düsseldorf, bis hinunter zur Königsallee. 



Dort trifft man als erstes (Hausnummer 1A) auf das Steigenberger Parkhotel, ein denkmalgeschütztes Grand Hotel, in dem schon Thomas Mann logierte.



Ein Foto vom Stadtgraben, der die (die Königsallee) in zwei Teile teilt, musste ich natürlich jetzt, bei diesem schönen Wetter, noch einmal machen. Obwohl die Bäume im März noch keine Blätter tragen, sieht es doch gleich viel freundlicher aus als vorgestern, oder...?



In der Kö hielt ich mich dieses Mal nicht so lange auf, da ich ja schon am Montag alles ausführlich "inspiziert" hatte; ich wanderte jetzt nach Süden, danach nach rechts in Richtung Rhein und schließlich bis zu meinem nächsten Zwischenziel, dem Rheinturm, den ich natürlich unbedingt "besteigen" wollte! Von hier aus hat man einen sehr schönen Blick auf die ebenfalls schon erwähnte Rheinkniebrücke, eine aus dem Jahr 1969 stammenden Schrägseilbrücke. Sie ist 561 lang und 28 m breit; es gibt, wie auf dem Foto zu sehen, nur einen einzigen Pylon mit zwei freistehenden, 114 m hohen Stielen. Zusammen mit der Theodor-Heuss-Brücke und der bereits vorgestellten Oberkasseler Brücke bildet sie die ursprüngliche so genannte Düsseldorfer Brückenfamilie.



Jetzt ging's aber auf den Rheinturm hinauf, dem mit stolzen 240 m höchsten Bauwerk der Stadt und eines seiner bedeutendsten Wahrzeichen. Die beiden Aufzüge befördern die Besucher mit 4 m/s entweder zu einer geschlossenen Aussichtsplattform (mit Bar) oder zum Restaurant darüber. Eine vergitterte Freiluftplattform ist ebenfalls vorhanden; man erreicht sie über abwärts führende Stufen von der Cafeteria aus. Die Aussicht von oben auf die Stadt, den Fluss und die Umgebung ist einfach fantastisch; bei gutem Wetter kann man sogar den Kölner Dom sehen!



Unterhalb des Turms und direkt am Rhein sieht man das markante Landtagsgebäude des Landtags von Nordrhein-Westfalen. Leider kann man den Politikern sogar von hier oben nicht direkt auf die Finger schauen, geschweige denn, auf den Kopf spucken... ;-)



Ein Blick auf den so genannten Medienhafen Düsseldorfs; den habe ich mir später noch etwas näher angesehen.



Hier ein Blick auf die Stadt und den Fluss, auf die Rheinkniebrücke (unten) und die Oberkasseler Brücke (oben).



Dieses Foto zeigt die hübschen und äußerst begehrten Altbauwohnhäuser im linksrheinischen Stadtteil Oberkassel. Die Wohnungen mit direktem Blick auf den Fluss und die Düsseldorfer Skyline gehören zu den teuersten der Landeshauptstadt!



Nachdem ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte, ging ich weiter zum Medienhafen.

Schon häufiger hatte ich gestern und auch vorgestern diese auffallenden Kunstwerke gesehen; Menschen aus dem Alltagsleben, auf Litfaßsäulen stehend. Das gesamte Werk heißt "Die Säulenheiligen", stammt vom Künstler Christoph Pöggeler und umfasst insgesamt zehn über das Stadtgebiet verteilte Skulpturen. Diese Skulptur ist, zusammen mit einer anderen, die erste dieser Art; sie heißt schlicht und einfach Marlis, eine Frau in Jeans und rotem Pullover, die die Augen geschlossen und ihren Kopf nach hinten gelegt hat.

Die zweite Figur versteckt sich übrigens auf einem meiner anderen Fotos dieser Kurzreise; wer mir in einem Kommentar das entsprechende Foto nennt oder diese Figur richtig beschreibt, der gewinnt... ähm... meine uneingeschränkte Hochachtung, jawoll!!! 



Wer Düsseldorf besucht und sich dort etwas genauer umsehen möchte, kommt an den so genannten Gehry-Gebäuden natürlich nicht vorbei. Es handelt sich hier um drei nebeneinander liegende, aus unterschiedlichen Materialien erbauten, aber dennoch ähnlichen Gebäuden des amerikanischen Star-Architekten und Designers Frank Gehry. Das Gebäude-Ensemble heißt offiziell Neuer Zollhof, es wurde 1999 eingeweiht. Die drei Gebäude haben weder Gesimse noch Sockel; auffallend ist die Krümmung der Fassade mit einer „fließenden, gewellten Oberfläche“.






Dieses mit Edelstahlblech verkleidete Gebäude wird auch schon gern 'mal als krumme Blechbüchse bezeichnet.



Zum Schluss ein weiterer Hingucker im Medienhafen: Hier erklimmen farbige Kunststofffiguren, die so genannten Flossis, das Roggendorf-Haus, das daher umgangssprachlich von den Düsseldorfern auch Flossi-Haus genannt wird.



Nach etwa 12 km Stadtrundgang reichte es mir dann irgendwann und ich kehrte zunächst einmal zum Wohnmobil zurück, um eine etwas längere Pause einzulegen; es gab auch heute wieder einen sehr schönen Sonnenuntergang, wenn auch nicht in pink wie gestern... ;-)





Am Abend trieb es mich noch ein letztes Mal in die Altstadt; schließlich hatte ich immer noch nicht alle der leckeren Düsseldorfer Altbiermarken verkostet... ;-)



Morgen geht's leider schon wieder nachhause, aber wie heißt es so schön bei WoMo-Rentnern? "Nach der Reise ist vor der Reise"... ;-)

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