Mittwoch, 4. Mai 2016

Lagune oder Gardasee...?

Anscheinend kommen mir die allerbesten Ideen nur bei einem oder mehreren Gläschen Rotwein... ;-)

Eigentlich hatte ich für heute eine vier- bis fünfstündige Fahrradtour geplant und würde dann den morgigen Donnerstag sowie den Freitag für die Rückreise nach Deutschland verwenden müssen. Eben ohne die Übernachtung am Gardasee!

Weil ich aber ja bereits gestern und auch vorgestern zwei kleinere Touren gemacht hatte, die schon einige Passagen der für heute geplanten, längeren Tour enthielten, hab' ich mir gestern Abend überlegt, die Tour für heute etwas zu kürzen, sehr früh loszufahren und dann hier noch am Vormittag auszuchecken (wäre sogar bis 12:00 Uhr möglich); auf diese Weise sollte doch wohl noch genügend Zeit bleiben, an den Gardasee zu fahren und dort den Abend zu verbringen...

Genauso hab' ich es heute auch gemacht! Bin um 6:40 Uhr aufgestanden (jawoll), hab' alles Notwendige erledigt, trotzdem noch gemütlich gefrühstückt (inklusive Brötchen fertigbacken) und bin dann kurz vor 8:00 Uhr losgefahren!

Wer verstehen will, warum mir diese Fahrradtour auf der Landzunge der Lagune von Venedig so wichtig war, muss einen Blick auf die Karte werfen. Genauer gesagt, auf die Satellitenansicht. Schaut man sich das Gebiet nordöstlich von Treporti an, fragt man sich unwillkürlich, wie es dort wohl aussehen würde; halb Land, halb Wasser, kaum Wege oder Straßen...

Ich habe schon in Deutschland und schon vor über einem Jahr auf www.komoot.de eine solche entsprechende Tour geplant und war nun sehr gespannt, ob ich die so überhaupt abfahren könnte.

Um es kurz zu machen: es war eine der schönsten Fahrradtouren, die ich je unternommen habe!

Erst einmal hatte ich wirklich perfektes Wetter; Sonnenschein pur, keine einzige Wolke zu sehen! Zweitens war es noch früher Morgen, wo die Luft noch ganz klar und das Licht irgendwie ganz besonders ist. Dazu kam die absolute Ruhe, die einem als zivilisationsgebeutelten Menschen sofort auffällt und die man schlagartig genießt!

Das Highlight aber war natürlich die Landschaft, jedenfalls als ich die dichter bewohnten Gebiete hinter mir hatte. Hier war alles flach, teilweise Satzwiesen, teilweise noch riesige Wasserflächen; ich fuhr auf winzigen Straßen oder Wegen zwischen ihnen hindurch.






Im Hintergrund hatte ich ständig die Alpen mit ihren schneebedeckten, weißen Gipfeln vor meinen Augen; ich hätte vorher nie gedacht, dass man sie von hier aus überhaupt sehen kann! Sie schienen mir so nah zu sein, dass ich fast glaubte, mit dem Fahrrad nur ein paar Stunden weiter fahren zu müssen, um sie zu erreichen... ;-)





So eine Landschaft ist natürlich ein Paradies für Vögel! Ich sah Enten, Gänse, Schwäne, Möwen, Edelreiher, Kormorane, Stelzvögel und etliche andere Arten, die ich momentan noch nicht 'mal einordnen kann. Sogar Flamingos gibt es dort, die habe ich aber leider nicht gesehen...


Die ganze Tour hat nur etwas mehr als zwei Stunden gedauert, aber ich war wirklich froh, dass ich sie nicht gestrichen habe! Nun hatte ich jede Menge Zeit, alles für die Abfahrt vorzubereiten und auszuchecken; gegen 11:30 fuhr ich schließlich vom Platz!

Meinem Navi hatte ich als Ziel einen Campingplatz etwas nördlich von Bardolino, am Ostufer des Gardasees gelegen, angegeben. Die Fahrt von knapp drei Stunden dorthin verlief abwechslungsreich, immer noch bei bestem Wetter. Ich erreichte mein Ziel kurz vor 15:00 Uhr ohne Probleme; der Naviceiver im WoMo ist wirklich Spitzenklasse! 

Einchecken für eine Nacht (natürlich nach vorherigem Check, ob mein Wohnmobil überhaupt auf den zugewiesenen Platz passt), Strom anschliessen usw., ebenfalls alles problemlos und ruckzuck erledigt.



Nach einem kurzen Facetime-Gespräch mit Gitta lud ich mein Fahrrad schon das zweite Mal heute aus, genoß den einmaligen Blick auf den Gardasee und die belebte Uferregion und fuhr am kleinen Uferweg entlang.


Zuerst einmal in Richtung des winzigen Örtchens Garda, dem Namensgeber des Sees, das etwas nördlich von Bardolino liegt, und dann durch Garda, das mit sehr vielen Restaurants und Cafés direkt am Wasser aufwarten kann, hindurch.



Weiter ging's, fast bis zu einer kleinen, weit in den See hereinragenden Landspitze, die ich mir als Ziel vorgenommen hatte, die ich aber nicht leider erreichen konnte, da aus dem Weg letztlich nur ein kleiner, schräg abfallender Streifen zwischen Wasser und Wald wurde, und der nur noch aus lauter großen Steinen bestand; mein Bike rutschte bereits mehrfach ins Wasser und so musste ich dort notgedrungen umkehren...



Zu jeder Zeit hatte ich einen schönen Blick auf den von der Nachmittagssonne beschienenen See. Auf dem Rückweg fuhr ich an meinem Campingplatz vorbei bis nach Bardolino, schaute mir dort die ebenfalls sehr hübsche Promenade an und setzte mich schließlich in ein Straßenrestaurant, um zu Abend zu essen.


So ging ein wunderschöner Tag zuende; gegen 20:20 Uhr bin ich noch kurz zum Ufer gegangen, um einen filmreifen Sonnenuntergang zu erleben und zu fotografieren...



Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Nun also auch noch Bardolino,... Du magst es ja tun ... Sind jetzt die italienischen Weine komplett oder fehlt noch ein Tempranillo?? ;-)

Aber mal was anderes: warum eigentlich immer Strom anschließen? Hast Du Deine Solarzellen schon überfordert?
Bin ja neugierig :-)
K.

Anonym hat gesagt…

.. Na, der ist wohl eher spanisch, aber da musst Du dann wohl auch noch hin.

Wolle hat gesagt…

Nein, Solarzellen und zwei Aufbaubatterien reichen eigentlich völlig aus. Landstrom schließe ich nur an, wenn er im Preis des Stellplatzes sowieso enthalten ist; so habe ich ein paar Steckdose mehr, um alles aufzuladen... ;-)