Donnerstag, 17. März 2016

Die Windmühlen von Zaanse Schans

Und was gehört außerdem noch unbedingt zu einem Besuch in Amsterdam? Genau, richtig geraten: Eine Fahrt mit einem Ausflugsboot durch die berühmten Amsterdamer Grachten!

Genau das hab' ich mir heute Morgen noch 'mal eben gegönnt, bevor ich gegen Mittag die Stadt verlassen musste! Ich bin also nach einem ausgiebigen Frühstück wieder 'mal vom Stellplatz zum Fähranleger neben der Werft gelaufen und kurz darauf mit der Fähre zum Hauptbahnhof gefahren. Auf dem Vorplatz legen viele Schiffe an und ab, und obwohl man hier die Qual der Wahl hat, wurde ich schnell fündig und buchte für stolze 16 Euro eine 90 Minuten lange Grachtenrundfahrt.


Auch heute hatte ich super Wetter, und ich genoss diesen Ausflug in vollen Zügen! So super bequem, im geheizten Schiff, von der gepolsterten Bank aus durchs offene Fenster oder durch blankgeputzte Scheiben Fotos machen zu können, hat ja auch 'was... ;-)




Nun, diese Fahrt hat mich ehrlicherweise trotzdem nicht so richtig "vom Hocker gerissen", aber das war eigentlich ja auch nicht zu erwarten! Ich habe ja schon vorgestern 18 km zu Fuß und gestern 30 km mit dem Fahrrad zurückgelegt, und dabei die so typischen Häuserfassaden links und rechts der Kanäle ausgiebig genießen können. Insofern war das, was ich heute morgen zu sehen bekam, natürlich nichts völlig Neues mehr. Dennoch gefiel es mir, denn ein paar Aus- und Einblicke bekommt man eben doch nur vom Wasser aus zu sehen.


Außerdem gehört, wie ja schon gesagt, so eine Tour meiner Ansicht nach nun 'mal unbedingt dazu! Und die wissenswerten und oft auch sehr interessanten Erläuterungen, die man während der Fahrt per Kopfhörer zugeflüstert bekommt, sind z.B. auf dem Fahrrad ja wohl auch eher die Ausnahme ;-)

Jetzt konnte ich Amsterdam mit einem sehr guten Gefühl verlassen! Ich hatte wirklich jede Menge gesehen und erlebt, war mit dem Wetter ganz zufrieden und freute mich darüber, für meine erste ins Ausland führende Kurzreise mit dem Wohnmobil doch so viel Zeit für eine Stadt gehabt zu haben! Das sind wirklich "rosige" Aussichten, finde ich, denn es gibt schließlich noch Tausende von Städten, die ich allesamt unbedingt noch entdecken muss... ;-)

Für meine Rückfahrt nach Deutschland hatte ich nun ungefähr anderthalb Tage Zeit. Deshalb wollte ich nicht die schnelle, aber dafür langweiligere Variante über die Autobahn wählen, sondern noch etwas mehr von Holland sehen und über's Land fahren. Ich entschied mich für die nördlichere Route, die über den so genannten Abschlussdeich führt, der die Zuidersee von der Nordsee trennt. Dort wollte ich schon immer 'mal hin; jetzt hatte ich endlich die Zeit dazu...

Vorher hatte ich aber noch ein ganz anderes Ziel, und zwar ganz in der Nähe von Amsterdam. In einem Reisebericht hatte ich vor ein paar Wochen 'mal etwas über ein Dorf gelesen, in dem es vor allem alte, aber noch voll funktionstüchtige Windmühlen zu bestaunen gibt! Also nichts wie hin!

Das kleine Dorf, das eigentlich ein einziges Freilichtmuseum ist, heisst Zaanse Schans und ist ein Teil der Gemeinde Zaanstad, an der Zaan gelegen. Jährlich finden fast 2 Millionen Besucher den Weg hierher.

Von meinem Stellplatz aus hatte ich nur etwas 15 km zu fahren; ich gelangte zuerst auf einen großen Parkplatz, von dem aus man noch ein Stückchen zum eigentlichen Museumsdorf wandern musste. Der Eintritt zum Freigelände ist kostenlos, allerdings muss man zahlen, wenn man einzelne Mühlen besichtigen möchte; die Parkplatzgebühren sind mit 18 Euro(!) ebenfalls mehr als happig!


Direkt am Parkplatz befinden sich allerdings u.a. auch ein Museum, ein Souvenirladen und ein Café. Bereits von dort aus hatte man, weil das Dorf etwas tiefer liegt, schon 'mal superschöne Ausblicke auf die insgesamt acht Windmühlen, malerisch am Fluss gelegen...




Auf meinem Spaziergang zu den und entlang der Mühlen hatte ich dann endlich meine typischen holländischen Fotomotive! Was passt wohl besser zu Holland als seine hübschen Windmühlen...? ;-)




Zum Abschluss besuchte ich noch eine Käserei, wo man bei der Herstellung von Käse zusehen konnte; natürlich gehörte auch ein entsprechender Laden dazu, in dem unzählige Molkereiprodukte angeboten wurden.


Und ganz plötzlich, aus heiterem Himmel, traf ich sie endlich, die Traumfrau aus meinen Teenager-Tagen: Frau Antje aus Holland!


Naja, ich muss zugeben, dass ich sie mir doch eigentlich ein wenig jünger und vor allem deutlich hübscher vorgestellt hatte! Und auch der etwas mürrisch wirkende Blick ist nicht etwa ein Zufallsprodukt beim Drücken des Auslösers! Aber dann leuchtete mir doch sehr schnell ein, dass selbst eine Frau Antje ja wohl nicht vom normalen Alterungsprozess völlig ausgeschlossen sein konnte; ich sehe heute wahrscheinlich auch nicht mehr aus wie 13! Nun, man kann eben nicht alles haben... ;-)))

Nach dem Besuch des Freilichtmuseums ging es nun tatsächlich in Richtung Heimat, wenn auch mit einem großen "Schlenker". Gegen 16:30 Uhr erreichte ich den 32 km langen und etwa 90 m breiten Abschlussdeich, der zwar recht interessant, aber nicht unbedingt spektakulär war, weil man während der Fahrt wegen des zur Straße parallel laufenden Deichs leider nicht auf's Meer sehen kann. Irgendwann muss ich dort unbedingt noch 'mal mit dem Fahrrad 'rüber fahren...

Eine Stunde später hatte ich keine große Lust mehr, noch viel weiter zu fahren, und ich suchte mir deshalb einen Stellplatz für die Nacht. In Workum (nein, kein Rechtschreibfehler!), einer kleinen Stadt im Südwesten der Provinz Friesland, nur ca. 2 km vom Ijsselmeer entfernt, fand ich direkt am Jachthafen einen schönen Stellplatz. Für 10 Euro hatte ich die gesamte Anlage für mich allein; weder andere Wohnmobile waren vorhanden, noch sah man eine einzige Menschenseele in oder an den vielen Sportbooten. Während ich in Ruhe mein Abendessen verdrückte, schaute sich mein Kumpel Bart mit zwar knurrendem Magen, aber auch mit einem breiten Grinsen im Gesicht, den wunderschönen Sonnenuntergang an... ;-)


Morgen geht's dann endgültig und "in einem Rutsch" nachhause!

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