Freitag, 6. Oktober 2017

Fazit Südtirol und Gardasee

Meine dreiwöchige Wohnmobilreise nach Südtirol und an den Gardasee ist nun leider schon wieder "Geschichte"!

Ich bin heute schon gegen 16:00 Uhr gesund und munter wieder in Pinneberg eingetroffen. Nach einer langen Fahrt gestern von Bardolino über die Brennerautobahn und durch Österreich fuhr ich bis nach Langenau, einer Kleinstadt in Baden-Würtemberg, um dort auf dem kostenlosen Parkplatz der dortigen Stadthalle zu übernachten.

Die gesamte Fahrt über die A7 von Füssen bis nach Hamburg war zwar wieder von (geschätzt!) einer Viertelmillion Baustellen übersät, aber ich kam glücklicherweise überall ohne nennenswerte Staus durch! Eine etwas längere Wartezeit von einer Stunde musste ich lediglich am Brenner in Kauf nehmen; dort gab's nicht nur eine sehr lange und einspurige Baustelle, sondern dazu auch noch ein brennendes Baufahrzeug! Vollsperrung!

Was für ein schönes Reiseziel! Wenn ich mir meinen ersten Blogeintrag zu dieser Reise anschaue, so wurden meine Erwartungen an Südtirol voll und ganz erfüllt! Der Wettergott war mir wieder 'mal sehr gewogen; die zwei, drei Tage mit etwas schlechterem Wetter kann man locker verschmerzen. An den anderen Tagen hatte ich reichlich Gelegenheit, dieses wunderbare Gebiet inmitten der Alpen kennenzulernen, sowohl per Wohnmobil, mit dem Fahrrad als auch zu Fuß!

Ich hoffe, mein Bericht war einigermaßen kurzweilig und vor allem informativ; vielleicht echt macht er ja dem einen oder andern Lust, dort selbst einmal Urlaub zu machen; ich kann nur noch sagen: es lohnt sich!

Wie immer, hier noch ein kleiner Zahlensalat für die ganz Hungrigen... ;-)

Steckbrief Südtirol und Gardasee


Dauer inkl. Hin- und Rückreise: 21 Tage
Strecke: 2832 Kilometer
Diesel: 278,5 Liter zu 336,37€ (im Schnitt 1,208€ pro Liter)
Verbrauch: 9,83 Liter auf 100 Kilometer
Übernachtungen: 20 zu 204,90€ (im Schnitt 10,25€ pro Übernachtung)
Kosten: 696,-€ (für Diesel, Übernachtungen, Mautgebühren und Tickets)


Mittwoch, 4. Oktober 2017

Sei gegrüßt, du liebliches Sirmione

Heute habe ich mir mit dem Aufstehen, dem Duschen und dem Frühstück sehr viel Zeit gelassen; mein Schiff ging schließlich erst um 11:30 Uhr!

Mein Schiff? Ja, denn für diesen Tag hatte ich mir überlegt, einen der "Ausflugsdampfer" zu nehmen und von Bardolino nach Sirmione zu fahren, einem der Hotspots am Gardasee, was die Beliebtheit bei Touristen angeht. Von dort aus wollte ich dann mit dem Fahrrad den ganzen südöstlichen Bereich des Sees über Peschiera del Garda und Lazise wieder zurück nach Bardolino fahren. Dieser Plan funktionierte natürlich nur, weil man Fahrräder mit an Bord nehmen durfte, gegen eine kleine Extragebühr, versteht sich...

Gesagt, getan! Rechtzeitig vor der Abfahrt ging es mit dem Rad vom Campingplatz nach Bardolino, wo ich noch genügend Zeit hatte, mir ein Ticket zu kaufen (12,40 EUR) und mich etwas umzusehen.

Wie man hier sieht, hat nicht nur Pisa einen schiefen Turm, sondern auch Bardolino. Seine fast bedenklich scheinende Schieflage verdankt er nicht etwa einer Fehlplanung beim Bau des Catullo-Hotels dahinter und auch dem gerade erst zuende gegangenen Weinfest, sondern einfach seinem schon beträchtlichen Alter; es sind die Überreste der ehemaligen Scaliger-Burg aus dem 14. Jahrhundert! 



Pünktlich um 11:20 legt das Schiff an, mit dem ich nach Sirmione fahren will; das Einschiffen geht schnell und reibungslos vor sich, obwohl eine Menge Leute aus- und zusteigen wollen.



Es ist mittlerweile schön sonnig und warm, allerdings auch ein wenig diesig. 



Erste Station auf der Fahrt ist Lazise. Dort ist gerade Wochenmarkt! Ich habe bisher leider noch nicht herausgefunden, warum die Kleinlaster der Marktbetreiber allesamt weiß sind; in Deutschland hab' ich das noch nie gesehen... 



Auch hier warten viele Touristen, um zuzusteigen. Das Schiff hat glücklicherweise sehr viel Platz, und ich habe mir oben auf dem Freideck sowieso schon den besten Platz gesichert... ;-)



Hier sieht man aus der Ferne bereits Sirmiones imposante Scaliger-Burg aus dem 13. Jahrhundert sowie die "Grotten des Catulli" genannten Reste einer römischen Villa aus dem 1.(!) Jahrhundert! Der Name ist etwas irreführend: weder handelt es sich hier um Grotten, sondern um Ruinen, noch hat der Dichter Catull dort gewohnt! Er hat diesen Ort allerdings häufiger besucht und in seinen Versen ("Sei gegrüßt, du liebliches Sirmione") besang er die Schönheit des Ortes...









Schon vom Boot aus machte dieser Ort einen sehr einladenden Eindruck auf mich.






Nach dem Anlegen sah ich mir zunächst den kleinen Hafen und den Ortskern etwas genauer an; hier war, wie erwartet, schon sehr viel Betrieb! Sirmione ist eines der beliebtesten Touristenziele am Gardasee und hat sage und schreibe 1,4 Millionen Übernachtungen pro Jahr zu verkraften! Bei gerade 'mal 8.000 Einwohnern! Dass das zu massiven Problemen in der Hauptsaison führt, vor allem bei den Bewohnern, ist überhaupt kein Wunder!












Die Scaliger-Burg mit ihren typischen Schwalbenschwanzzinnen (was für ein Wort!) und dem großen Hafenbecken schließt die Stadt, die auf einer in den See hereinragenden schmalen Landzunge liegt, vollständig vom Festland ab.






Nachdem ich die Stadt ausgiebig erkundet hatte, machte ich mich jetzt auf die lange, aber äusserst abwechslungsreiche Rückfahrt über Peschiera del Garda und Lazise nach Bardolino. Unterwegs gab's reichlich "Futter" für meine Kamera...



Sirmione aus der Ferne...



... und kurz vor Peschiera del Garda.



Dieser Ort gefiel mir auch recht gut, kommt aber an Sirmione, Bardolino und Garda nicht ganz heran, finde ich.






Am Nachmittag wurde es immer diesiger und nebliger, was eine wunderschöne Stimmung am und auf dem See erzeugte...






Nach ca. 35 Kilometern und 2,5 Stunden kam ich gegen 18:00 Uhr wieder in Bardolino an; weil ich jetzt schon einen "ausgewachsenen" Hunger hatte, kehrte ich in dieselbe Pizzeria ein, die ich auch schon im letzten Jahr besucht hatte! Bei schönem, milden Wetter hatte ich einen tollen Blick auf die Promenade und den See, genoss zwei belebende Campari-Spritz und aß zum ersten Mal in meinem Leben eine Pizza mit schwarzem Trüffel! Yummy... ;-) 






Abends hatte ich noch einen kurzen Chat mit meiner Schwägerin und meinem Bruder, machte mir wieder ein paar Notizen zum heutigen Tag und plante dann meine ab morgen beginnende Rückreise!

Ich muss gestehen, dass mich der Gedanke, dass dies nun definitiv der allerletzte Abend hier am wunderschönen Gardasee und in auch in Bella Italia war, schon etwas aufwühlte! Mir gefällt's hier tatsächlich immer besser, und ich bin ganz sicher, dass ich nicht zum letzten Mal hier gewesen bin...

Dienstag, 3. Oktober 2017

Gardasee im Nebel

Zum Frühstück gab's heute wieder einmal frische Brötchen aus dem zum Campingplatz gehörenden Supermarkt; diesen Luxus habe ich leider nicht jeden Tag, wenn ich unterwegs bin!

Das Wetter war heute leider nicht mehr so schön wie gestern! Zwar warm, aber eigentlich den gesamten Tag über diesig oder nebelig; vom See konnte man heute nicht so viel sehen! Ich ließ mir dadurch aber nicht den Tag verderben, sondern unternahm 'mal wieder eine etwas längere Radtour, dieses Mal in Richtung Norden.

Die Strecke führte über Garda, San Vigilio bis nach Torri del Benaco, auf dem Hinweg überwiegend am Wasser entlang, auf dem Rückweg wieder auf der Straße.



Die Uferpromende in Garda ist auch bei nicht so schönem Wetter sehenswert, allerdings sind dann deutlich weniger Touristen unterwegs; das mag allerdings auch an der noch recht frühen Stunde gelegen haben. 





Gardas Altstadt hatte ich mir im letzten Jahr aus Zeitgründen nicht ansehen können; da holte ich jetzt nach!






San Vigilio ist eigentlich gar kein eigenständiger Ort, sondern eine kleine Landzunge zwischen Garda und Torri del Benaco. Mit ihrem winzigen Hafen, einer Kirche aus dem 13. Jahrhundert und der Villa Brenzone, einem eleganten Hotel/Restaurant, gilt sie als einer der schönsten Flecken am Gardasee.






Die wuchtige Scaligerburg von Torri del Benaco beherbergt heute eine Art Heimatmuseum mit Ausstellungsstücken zur Fischerei und zum Olivenanbau.



Es folgen ein paar weitere Eindrücke von Torri del Benaco. Der Ort hat etwas 3.000 Einwohner; Benaco ist übrigens ein anderer Name für den Gardasee, Torri bedeutet Türme



Im kleinen Hafen ist nicht besonders viel Betrieb... 






...aber hier ankert immerhin die Nimitz! ;-)



Hübsche Häuserfassaden, teilweise mit Blumen bewachsen, machen einen guten Eindruck.









Heute bleiben die vielen Restaurants und Bars wohl eher leer...









Ich entschließe mich, hier etwas zu essen und bestelle mir einen griechischen Salat.



Der sieht zwar lecker aus, aber geschmacklich hat er mich nicht so überzeugt! Kein Wunder, wenn man in Italien 'was Griechisches essen will... ;-)



Nach dem Essen mache ich mich wieder auf den Rückweg. Zunächst muss ich vom Hafen des Orts auf die Straße kommen, die zurück nach Garda führt.

Statt einen großen Umweg fahren zu müssen, suche ich mir eine Strecke heraus, die quer durch die Bergkette, vor der Torri del Benaco liegt, führen würde. Hätte ich mir in meiner KOMOOT-App das Höhenprofil angesehen, wäre ich mit Sicherheit nicht dort entlang gefahren! Es ging auf unzähligen winzigen Straßen und Pfaden steil nach oben; die Hälfte dieses Abschnitts durfte ich mein Fahrrad schieben! Endlich oben angekommen, musste ich erst 'mal ein paar Minuten verschnaufen, danach ging's aber dann mit einem "Affenzahn" wieder herunter, so dass mir schon Angst und Bange wurde, ob meine Bremsen das wohl mitmachen würden!

Kurz hinter einem Kreisverkehr sah ich eine Gruppe junger Männer aus Deutschland, die dort eine Pause einlegten. Als ich an vorbei "rauschte" und ihnen ein fröhliches "Na, schon schlapp...?" zurief, mussten sie schmunzeln und riefen mir etwas hinterher, was ich aber nicht mehr richtig verstand, weil ich schon wieder weit weg war; ich glaube, es war aber irgendwas mit "Opa" dabei... ;-)

Den Nachmittag und den Abend verbrachte ich am Campingplatz; abends lief im TV "Goodbye Lenin", ein schöner Film, den ich mir jetzt zum zweiten Mal angesehen habe.

Die Wetteraussichten für morgen versprechen wieder Sonnenschein... ;-)

Montag, 2. Oktober 2017

Von Bardolino nach Lazise

Heute lasse ich es ruhig angehen, zumal jetzt kein Zweifel mehr daran besteht, dass ich mich erkältet habe! Eine kleine Radtour vielleicht und viel Faulenzen, 'mal sehen...

Nach dem Frühstück ziehe ich zuerst 'mal ein weiteres Parkticket, das aber nur bis 12:00 Uhr gelten soll. Danach gehe ich zu Fuß zum nebenan liegenden Campingplatz und frage dort, ob eventuell schon wieder ein Platz frei geworden ist! Ich weiß nicht, wer sich mehr über meine ultratiefe Bassstimme erschreckt, die freundliche Dame an der Rezeption oder ich... ;-)

Wieder habe ich sehr viel Glück! Vor ein paar Minuten musste jemand, der eigentlich noch zwei Tage bleiben wollte, unverhofft abreisen, und seine Parzelle steht jetzt zur Verfügung! Und das für nur 19 Euro, da zu diesem Zeitpunkt meine ACSI-Karte akzeptiert wird, die in der Vor- und Nachsaison günstige Preise auf Campingplätzen ermöglicht. Ich buche den Platz sofort für drei Nächte und kann dann in aller Ruhe wieder zurück zum Parkplatz gehen, um das Wohnmobil zu holen! Ich bekomme sogar einen Platz in der allerersten Reihe, sehr geräumig, und von der Promenade und dem Ufer nur durch eine Hecke getrennt! Was will man mehr?

Nachdem ich mich eingerichtet habe, "sattle" ich mein Fahrrad und fahre an der Promenade entlang bis zu der Landspitze, an der immer noch das Eingangstor zum Weinfest steht; ab hier muss ich schieben! Es wird zwar jetzt fleissig abgebaut, aber einige Stände und Buden haben trotzdem geöffnet und es herrscht schon wieder etwas Betrieb!









Dieses lustige Gefährt kenne ich sogar noch aus meiner Kindheit, es dient hier als Werbeträger für den Stand dahinter, der hauptsächlich Olivenöl anbietet.






Von Bardolino aus fahre ich auf einem wunderschönen Fahrradweg, immer am Ufer des Sees entlang, bis zum etwa gleich großen Nachbarort Lazise. Ich schaue mich dort in aller Ruhe um und mache auch viele Fotos. Hier geht es deutlich ruhiger zu als gestern in Bardolino, was natürlich auch mit dem Weinfest zusammenhängt.









Wieder einmal setze ich mich in ein Restaurant (natürlich im Freien) und esse leckere Penne; das Bier schmeckt mir trotz Schnupfen sehr gut, was für ein Glück... ;-)



Danach fahre ich wieder zurück nach Bardolino, dieses Mal aber auf dem Fahrradweg neben der Verbindungsstraße, kaufe noch etwas im Spar-Supermarkt ein (wieder hauptsächlich Wein für zuhause) und durchfahre den Ort bis zu "meinem" Campingplatz!

Nach einem kleinen Mittagsschlaf und einem gemütlichen "Käffchen" mache ich einen ausgedehnten Spaziergang über den riesigen Campingplatz, um mir alles 'mal in Ruhe anzuschauen; dazu bin ich bisher nicht gekommen, auch nicht im letzen Jahr, denn da hatte ich ja sogar nur einen Nachmittag Zeit. Nun kann ich noch ein paar Stunden draußen sitzen, etwas lesen, trinken, Notizen schreiben und den morgigen Tag planen...